Vereinbarung zur Chancengleichheit ist unzureichend

Einer Unternehmensbefragung im Auftrag des DGB und der Hans-Böckler-Stiftung nach, wurde die Vereinbarung der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der Deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft aus dem Jahre 2001 völlig unzureichend umgesetzt. In knapp drei Viertel der 500 befragten Unternehmen liegt der Frauenanteil nach wie vor unter 40 Prozent. Gleiches gilt für Frauen im Management, in Positionen mit Personalverantwortung und Weisungsbefugnissen: Auch hier bleibt es in sieben von zehn Unternehmen bei einem Frauenanteil von 15 Prozent. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass mehr als 70 Prozent der Betriebe keine weiteren Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit planen. Die Vereinbarung droht damit schon jetzt zu verpuffen. Bezeichnend ist auch, dass nur ein Achtel der befragten Unternehmen von den Wirtschaftsverbänden über die Vereinbarung informiert worden ist.

Deutschland verfügt über ein großes Potenzial gut ausgebildeter weiblicher Arbeitskräfte, deren schulische und berufliche Qualifikationen häufig besser sind als die ihrer männlichen Altersgenossen. Einige Daten: 50,6 Prozent aller Studienanfänger, 56,7 Prozent der Gymnasialabsolventen, 51,6 Prozent der Realschulabsolventen und 42,6 Prozent der Hauptschulabsolventen sind Frauen. Doch spiegelt sich dieses Qualifikations- und Leistungspotenzial in der Beschäftigung noch nicht adäquat wieder. Arbeitgeber sollten stärker als bisher Frauen in das Arbeitsleben integrieren, ihnen faire Karrierechancen bieten und ihre Potenziale voll nutzen.