Quote gibt in Österreich wenig Hoffnung, Schweiz ist uneins

Während die Debatte um das Für und Wider einer Quote in der Schweiz ein uneinheitliches Bild zeigt, offenbart eine aktuelle Online-Umfrage von gdi-consulting unter 149 berufstätigen Frauen in Österreich, dass zwar vier von fünf Frauen eine Quote befürworten, jedoch glauben neun von zehn Frauen nicht an einen persönlichen Vorteil für sich selbst.
In der Umfrage wurden auch die Ursachen für das Misstrauen untersucht. Als Gründe geben die Befragten die lange Wirkungszeit an, die das Instrument „Quote“ für eine Veränderung brauche, während aufstiegsinteressierte Frauen bereits heute akuten Unterstützungsbedarf haben. Darüber hinaus fürchten die Teilnehmerinnen, als Quotenfrau stigmatisiert zu werden, da nach wie vor das Vorurteil herrsche, die Quote würde unterqualifizierte Frauen in höhere Positionen bringen.
Veränderungen wünschen sich die Befragten bezüglich der Unternehmenskultur. Zwar werden die angebotenen strukturellen Maßnahmen und Programme als unterstützend wahrgenommen, jedoch steht  dem ein gefühlter Argwohn bezüglich des Aufstiegs von Frauen im Alltag gegenüber. Außerhalb des Unternehmens befürworten die Frauen ein neues gesellschaftliches Selbstverständnis mit einem positiv besetzten Bild erfolgreicher Frauen.
Auch das Nachbarland Schweiz diskutiert in den Medien verstärkt das Thema Quote. Nachdem die Stadt Bern als erste Schweizer Gemeinde ein Frauenquote von 30 Prozent in der Stadtverwaltung eingeführt hat, folgt zunächst Basel dem Beispiel und auch im Kanton Zürich ist ein Vorstoß zur Erhöhung des Frauenanteils in den Kaderpositionen der Behörden geplant. Dahingegen wollen Privatunternehmen keine gesetzlich festgeschriebene Quote. Auf der Seite des Schweizer Fernsehens werden Firmen wie Migros, UBS und Sulzer zitiert. Die Konzernleiterin von Migros spricht sich gegen eine Quote aus, da dies ihrer Meinung nach den Fokus auf das Geschlecht anstatt auf die Qualifikation lege. UBS stellt den Anstieg des Frauenanteils um 3 Prozentpunkte auf 23 Prozent in einem Zeitraum von vier Jahren heraus.
In der Kulturzeit des Senders 3Sat kommen indes Frauen zu Wort, die seit Jahren an der Spitze stehen. Sie beleuchten das Für und Wider einer Quote und geben zu, langsam umzudenken. Schließlich seien die Gesamtzahlen von Frauen in Führung seit 2010 zurück gegangen und die Schweiz im internationalen Vergleich um einige Ränge nach hinten gerutscht. Ursula Keller, Physik Professorin an der EHF in Zürich entkräftet das Gespenst der Quotenfrau und rät zur Gelassenheit: „Ich wurde schon als Quotenfrau behandelt, als es noch gar keine Quoten gab“, sagt sie. Frauen sollten Stärke beweisen, wenn man sie als Quotenfrau bezeichne, denn Leistung müssten alle bringen – und die sei in den meisten Fällen ganz objektiv und rational messbar.