Mit Leitkultur & Nationalstolz drohen Verluste – Arbeits- und Absatzmärkte sind geprägt von „Diversity“

Als „bedenkliche Schritte in Richtung nachteilige Mono-Kultur“ bezeichnet der Kölner Diversity-Berater Michael Stuber die jüngsten Bestrebungen einer ‚Normierung‘ in Deutschland. Gerade die Wirtschaft sei durch Globalisierung, Firmenzusammenschlüsse und Wettbewerbsdruck zunehmend auf den konstruktiven Umgang mit kultureller Vielfalt angewiesen. „Manager wissen, daß erst durch die Kombination unterschiedlicher Sichtweisen und Fähigkeiten Kreativität und Innovation entstehen. Dies stellt zusammen mit der Kompetenz zur Veränderung die Basis für dauerhaften Unternehmenserfolg dar“, fügt der europäische Consultant hinzu, der führende Unternehmen wie Kraft Foods, Hewlett Packard oder Deutsche Bank zur optimalen Nutzung von Vielfalt berät. Andere Länder wie die USA oder Großbritannien hätten sich „durch die aktive Wertschätzung von Unterschiedlichkeit in den dortigen Gesellschaften bereits einen deutlichen Vorsprung verschafft“, so Stuber weiter, obwohl in England der Anteil ethnischer Minderheiten weitaus geringer sei als hierzulande und die USA insgesamt weniger Vielfalt aufweise als Europa. Die positive Integration von Verschiedenheit gefährde die Einheit dieser Staaten auch keineswegs, sondern mache sie stärker und zukunftsorientierter. Dagegen sei es gefährlich, eine bestimmte Kultur als besonders erstrebenswert, oder eine Nationalität als besonders wertvoll hervorzuheben während andere weniger geschätzt würden. Tatsächlich unterscheidet sich die Realität in Deutschland sich immer mehr von einer ‚ Leitkultur‘. Nach Berechnungen der Kölner mi•st [ Consulting bestimmen Vielfalt und Individualität die Gesellschaft und das Wirtschaftsleben von morgen: Immer mehr Frauen streben in Fach- und Führungspositionen, die Expertise älterer Kollegen wird wichtiger, der Anteil ethnisch-kulturell vielfältiger Arbeitskräfte steigt, homosexuelle Frauen und Männer werden sichtbarer und selbstbewußter, Behinderungen stellen seltener Beeinträchtigungen dar und Lebensstile und –konzepte orientieren sich kaum noch an traditionellen Vorgaben. „Ich bin sicher, daß Unternehmen künftig nur erfolgreich sein werden, wenn sie die Vielfältigkeit ihrer Belegschaft und ihre Märktemehr als bisher positiv berücksichtigen“, meint Stuber, „und unser Land kann durch die Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt Rassismus und Intoleranz abbauen.