Mehr als Goldgrube und Cash-Cows: Wie Unternehmen BRIC-Talente anziehen können

Unternehmen beobachten sorgfältig die wirtschaftlichen Entwicklungen in den sogenannten BRIC(S)-Staaten, denn die stark wachsende Mittelschicht in Brasilien, Russland, Indien und China bietet hervorragende Umsatz- und damit Wachstumschancen. Immer mehr Großunternehmen beteiligen mittlerweile auch ihre HR-Abteilungen bei der Entwicklung einer BRIC-Strategie, um auch von den gut ausgebildeten und motivierten Talenten in diesen Ländern profitieren zu können. Ernst & Young befragte über 1.000 Berufstätige in den BRIC-Staaten, um Faktoren für Zufriedenheit, Engagement und Mitarbeiterbindung zu identifizieren. Die Ergebnisse sollten Unternehmen motivieren, einen breiteren Diversity-Ansatz zu implementieren und ein differenziertes Employer Branding mit länderspezifischen Elementen für die interne und externe Kommunikation zu entwickeln.
Der kürzlich veröffentlichte E&Y-Bericht unterstreicht das erhebliche Potenzial dieser Länder und ihrer Talente bei der Linderung des oft beschworenen Fachkräftemangels. Hierfür rät der Bericht deutlich von einer One-size-fits-all-Strategie ab, denn zu unterschiedlich sind die kulturell bedingten Wünsche in den Ländern. Brasilianische Talente wünschen laut Ernst & Young eine sozial ausgerichtete Unternehmenskultur, während russische MitarbeiterInnen individuelle Karriereangebote und ein allgemein positives Arbeitsumfeld bevorzugen. Indische und chinesische Beschäftigte setzen hingegen auf die harten Fakten, wie schnelle Beförderungsperspektiven und entsprechende Gehaltssteigerungen (v.a. in Indien). Unternehmen, die sich als innovative und schnell wachsende Organisation präsentieren, haben in Asien die besten Chancen im Recruiting und der Mitarbeiterbindung. Die Beachtung und Ansprache solcher kulturellen Präferenzen und eine international ausgerichtete Unternehmenskultur bieten für Unternehmen die besten Chancen, lokale Talente zu rekrutieren.
Der Diversity-Experte Michael Stuber, der in Südafrika bereits selbst Kundenprojekte durchgeführt hat, sieht in dem E&Y-Bericht einen starken Business Case für Diversity: „Er belegt die Dringlichkeit für international operierende Unternehmen, eine positive, aufgeschlossene Unternehmenskultur zu schaffen und Prozesse und Richtlinien zu implementieren, die eine individuelle Karriereentwicklung für internationale Talente ermöglichen,“ so Stuber, „Flexibilität und kulturelle Sensibilität helfen Unternehmen, sich auf jedem internationalen Markt erfolgreich zu positionieren, sowohl in Hinsicht auf Kunden wie auch auf Talente.“ Dies beinhalte auch internationale Mobilität, die aber nur eine Baustein für darüber hinausgehende Diversity-Initiativen bilden können.