Kreativ und ein bisschen Guerilla: Frankfurt gegen Sexismus

Ob auf der Straße, in der Bahn, im Jugendclub, in der Klasse oder im Büro, die aktuelle Kampagne „Respekt. Stoppt Sexismus“ des Frauenreferates der Stadt Frankfurt ist vielerorts in der Bankenmetropole präsent. Wichtige – und coole – Elemente dabei sind Sticker und Swingcards.

Sexismus passiert oft verdeckt: Ob als unangebrachter Witz, im Gedränge in der U-Bahn, Abwertung von Mitschülerinnen oder in anzüglicher Werbung. Häufig werden solche Situationen und die damit verbundenen Gefühle nicht als Sexismus wahrgenommen. Weder von der Mehrheit und oft auch nicht von den Betroffenen Frauen oder Mädchen, die ihr Unwohlsein als eigene Schuld ansehen.

Deswegen thematisiert das Frauenreferat der Stadt Frankfurt Sexismus dort, wo er passiert: Mit Swingcards in über 200 Frankfurter Bussen, mit mehrsprachigen Flyern beim Straßenfest, mit Turnbeuteln auf den Rücken von Mädchen oder als Trillerpfeifen in den Handtaschen der Frankfurterinnen.

Sticker hinterlassen Botschaften

Ein bunter A5 Bogen bietet acht Sticker, mit denen Botschaften in den verschiedensten Situationen angebracht werden können: Schülerinnen, Eltern, pädagogische Fachkräfte, Männer, Senioren oder Jugendliche können mit ihnen ein Zeichen setzen gegen Sexismus und Gewalt. Und zwar genau dort, wo sie es für wichtig halten. Zwei der Sticker tragen den Slogan der Kampagne „Respekt. Stoppt Sexismus“. Weitere sechs teilen mit „Mein Nein meint Nein“ und zwar in sechs Sprachen. Die Breite der Aktion bildet einen Teil des Erfolges. Auch Medien haben sich dem Ansatz angenommen. Das Journal Frankfurt beispielsweise hat die Sticker als Beilage über 60.000 Mal in Frankfurt verteilt. „Die Idee der Sticker lässt sich auch wunderbar für Diversity-Kampagnen einsetzen“, freut sich Diversity-Experte Michael Stuber über den gelungenen Coup.

Die Kampagne als Ganzes

Die Frankfurter Kampagne umfasst noch weitere Maßnahmen: Seit 2015 hat das Frauenreferat verschiedene Veranstaltungen und Projekte gefördert, Diskussionen angeregt und Materialien entwickelt, die bei der Aufdeckung und dem Abbau von Sexismus helfen. Sie alle verfolgen das Ziel, die Stadtgesellschaft zu sensibilisieren sowie Mädchen und Frauen im Umgang mit Sexismus und Diskriminierung zu ermutigen und zu bestärken. So wurden bisher u.a. folgende Themen aufgegriffen: körperbezogene Diskriminierung, Schönheitsnormen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ungleiche Bezahlung, digitale Gewalt oder Sexismus in der Werbung (wir berichteten).

Dabei bleibt die Kampagne nicht bei der Kritik stehen, sondern bietet zugleich Orte der Auseinandersetzung und Veränderung. Regelmäßig informieren die Mitarbeiterinnen des Frauenreferates in Schulen, Ämtern, Universitäten, auf Festen und Fortbildungen über die Themen der Kampagne.

Alle Veranstaltungen und Hintergrundinformationen finden sich hier.

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