Keine Gender-Klischees bei der Berufswahl?

Wie schön wäre es, wenn man(n) und frau einfach das tun könnte, was ihm und ihr wirklich gefällt und was sie oder er gut kann! Wenn es keine Vorgaben von außen gäbe, keine Klischees, keine Jungs- oder Mädchenfächer in der Schule. Bei Diversity stehen gleiche Chancen für Alle und die Ermöglichung der individuellen Potenzialentfaltung im Zentrum. Und auch das abi-Magazin versucht, durch die Erzählung individueller Werdegänge in einer Extra-Ausgabe klassische Rollenbilder in Frage zu stellen. Denn eine Physikerin oder ein Erzieher sollten eigentlich längst nicht mehr außergewöhnlich sein. Sollten…
Auch wenn sich die Zahlen im Laufe der letzten Jahre in vielen Branchen ein wenig verbessert haben: die Statistiken ziegen in vielen Studiengängen und Berufen eine ungleiche Geschlechterverteilung. Während das Geschlechterverhältnis in kaufmännischen Fächern nahezu ausgeglichen ist, studieren immer noch mehr Männer als Frauen naturwissenschaftliche Fächer. Da dies in anderen Ländern nicht so ausgeprägt ist, muss es auch hierzulande nicht so bleiben. Das abi-Magazin will bei der Ausbildungs- und Studienwahl helfen und den AbiturientInnen verdeutlichen, dass sie genau das lernen oder studieren können, was sie wirklich wollen. Gerade die Zeit kurz vor dem Ende der Schulzeit ist eine komplizierte Phase, in der sich viele Möglichkeiten, Träume und ebenso viele vermeintliche Hindernisse für die AbiturientInnen auftun. Die Beispiele der BerufseinsteigerInnen im aktuellen Sonderheft bieten Einblicke in Berufe und sollen Neugier für Branchen wecken, die als untypisch für das jeweilige Geschlecht gelten. Hat das Studium oder die Ausbildung einmal begonnen, kommt es kaum noch auf das Geschlecht an. Was dann zählt ist die Begeisterung für das Fach und das Interesse am Beruf, und diese Aspekte sind unabhängig vom Geschlecht.
Leider entscheidet bei der individuellen Wahl für oder gegen einen Beruf oft die vorgeprägte Meinung des Umfeldes mit. Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern bei diversen Boy’s und Girl’s Days belegen die soziale Konstruktion von Stereotypen. Mädchen müssen nicht ausschließlich feingeistig sein, Jungs nicht bloß technikaffin, die SchülerInnen können auf diese Weise erkennen, dass es keinen „weiblichen“ oder „männlichen“ Beruf gibt. Die Eröffnung von Erfahrungen in vermeintlich untypischen Berufsfeldern ist daher laut Expertenmeinungen enorm wichtig. Das abi-Magazin liefert zur weiteren Lebensplanung die Fakten und Infos sowie eine Linksammlung, die bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf oder Studiengang hilft. Damit irgendwann nicht nur Arbeitsmarktaussichten oder Erwartungen anderer den Berufswahlprozess bestimmen, sondern vor allem die eigenen, individuellen Interessen und Fähigkeiten.