IST DIVERSITY ALLTAGSTAUGLICH?

Wir können viel erzählen: Über Vielfalt, Aufgeschlossenheit und Einbeziehung. Aber was bedeuten diese Konzepte schon im Alltag? In unserem Alltag? Im Arbeitsalltag unserer Zielgruppen? Und wichtiger noch: Sind wir in der Lage, unsere Anliegen so zu vermitteln, dass Kollegen, Kunden und kritische Investoren etwas damit anfangen können?
Die Schwierigkeit beginnt bereits bei dem Thema Vielfalt: Natürlich können wir Menschen abholen, indem
wir Faktoren abfragen, vergleichen oder aufzählen. Die Bedeutung und Besonderheiten der Themen werden dabei allerdings (noch) nicht klar. Ich habe an verschiedenen Stellen daher Individualität als Einstieg genutzt – sozusagen die Umkehrung von Vielfalt: Was macht Sie als Mensch aus? Welche Faktoren sind Ihnen bei anderen oder an sich selbst wichtig? Ein spannender Zugang, der im Weiteren zu Diversity hinführt. Auch Aufgeschlossenheit ist ein sperriges Konzept. Schließlich halten sich die allermeisten Menschen für aufgeschlossen. Und tatsächlich ist es auch JedeR –auf ihre/seine Weise. Wieder bringt uns die Umkehrung zum Knackpunkt: Die Frage nach den Grenzen unserer Aufgeschlossenheit? Wie viel Anderssein finde ichgut – oder ertrage ich wenigstens. Diese Frage führt in Richtung einer möglichen Nutzung von Unterschieden. Sehr aufschlussreich sind dabei die unterschiedlichen Sichtweisen im Privatleben und im Beruf. Und Einbeziehung? Das letzte Element, das zum Potenzial-Prinzip Diversity hinzu kam, hat es uns immer besonders schwer gemacht. Denn Inclusion bedeutet im Zusammenhang mit Diversity Management mehr als nur das Gegenteil von Ausgrenzung. Es reicht nämlich nicht aus, das Mitmachen zu fördern oder Andere nach ihrer Meinung zu fragen. Wir müssen unser tief verwurzeltes Bedürfnis nach Bestätigung überwinden und ein grundlegend anderes Verhaltensmuster entwickeln: Mit anderen Stärken, Erfahrungen, Sichtweisen und Ansätzen so konstruktiv umgehen, dass der gemeinsame Erfolg gesteigert wird. Spätestens jetzt erkennen wir einen Grund dafür, dass Diversity nicht einfach zu vermitteln ist: es ist keineinfaches Konzept. Und schon gar kein bequemes. Jeder Versuch der Vereinfachung oder des Weichspülens birgt die Gefahr der Reduzierung bis zum Verlust des Pudels Kern. Zahlreiche Slogans, Medienberichte,Trainings, Vorträge oder Webseiten sind ein traurig es Zeugnis dafür. Ich darf an dieser Stellte dankbar und durchaus stolz sein, dass Ihre Rückmeldungen zu ‚Un gleich Besser’ als Marke und zu unseren Publikationen und Dienstleistungen in dieser und anderer Hinsicht sehr positiv sind. Vielleicht schreiben Sie mir zu diesem Newsletter oder zu unserem noch recht neuen Webauftritt Ihr Feedback?