Geschlechter–Vielfalt als Erfolgsfaktor

Partnerschaft statt Statuskriege – Wirtschaftliches Interesse und Fairneß – Unternehmen und Politik gefordert – Potential von Unterschiedlichkeit unerkannt – Deutschland bereits westliches Schlußlicht

Als „bedauerlich einseitig und unnötig polarisiert“ bezeichnet der Kölner Diversity-Berater Michael Stuber die jüngste Diskussion über ein Gesetz zur Frauenförderung in Deutschland. Wirtschaft und Politik müßten schnellstens ihr gemeinsames Interesse an der aktiven Nutzung von Vielfalt zum Wohle des Standorts Deutschland entdecken, solle dieser nicht weiter ins Hintertreffen geraten. „Deutsche Unternehmen drohen die letzten zu sein, die Unterschiedlichkeit als Quelle für Innovation, Kreativität und Wachstum erschließen“, kommentiert Consultant Stuber, der führende‚ Diversity‘-Unternehmen wie Ford, Deutsche Bank und Kraft Foods berät. Gleichzeitig sei die Bundespolitik aus unerklärlichen Gründen auf eine beschränkte Art der Frauenförderung fixiert, die bereits in anderen Ländern scheiterte und kontra-produktive Bevorzugungen und Benachteiligungen mit sich bringe. Schon 2003 muß Deutschland ohnehin eine EU-Richtline zur Anti-Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, ethnischer Herkunft & Nationalität, Alter, Behinderung, Glaube und sexueller Orientierung umgesetzt haben. „In diesem Rahmen sind effektive, für alle Beteiligten profitable Aktivitäten möglich“, weiß der Diversity-Spezialist Stuber. Allerdings sei ‚Gleichstellung‘ ein grundsätzlich falscher Ansatz, da es vielmehr darum gehen müsse, Unterschiede umfassend anzuerkennen, wertzuschätzen und zu nutzen. Dies sei aufgrund tiefgreifender Veränderungen der Gesellschaft, auf Arbeits- und auf Absatzmärkten für Unternehmen ohnehin zwingend erforderlich. „Deutsche Konzerne pflegen ihre Einheits- Kulturen, verschenken dadurch Potential und werden oft deswegen international belächelt“, beobachtet der Experte für Vielfalt Michael Stuber. Diversity steigert den wirtschaftlichen Erfolg durch die

pro-aktive Ausnutzung von jeder Art der Unterschiedlichkeit. Die Wertschätzung aller Individuen senkt Krankenstand und Fluktuation. Das Ausschöpfen aller Potentiale erhöht Produktivität und Kreativität. Umfassende Chancen-Fairness und keine Duldung von Diskriminierung, Ausgrenzung oder Belästigung sind hierbei wichtige Bausteine. Laut Stuber sind so „die Interessen von Politik und Wirtschaft leicht zu vereinbaren“.