Fördermöglichkeiten für Studierende mit Behinderung

In Deutschland gibt es mehr als 1.600 Förderprogramme für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Studien zeigen, dass jeder vierter dieser Studierenden die erheblichen beeinträchtigungsbedingten Zusatzkosten nicht oder nur unzureichend decken kann. Die neue Plattform www.barrierefrei-studieren.de bringt Studenten und Förderprogramme einfach, schnell und kostenlos zusammen.

Bisher war es quasi unmöglich, alle für sich infrage kommenden Fördermöglichkeiten zu überblicken. Denn speziell für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung gibt es mehr als 1.600 Fördermöglichkeiten, darunter finanzielle Förderungen (z. B. Stipendien für Behinderte, Fahrtkostenzuschüsse, Gehörlosen- und Blindengeld), technische Hilfsmittel (z. B. Brailledrucker, Fernlesegeräte), bedarfsgerechte Arbeitsmittel, Assistenzleistungen und Förderungen aus dem Bereich Wohnen und Freizeit. Die Förderungen werden dabei nach den unterschiedlichsten Auswahlkriterien vergeben, darunter der Grad der Behinderung, die Art der Behinderung, die Hochschule und die finanzielle Bedürftigkeit.

Die Internetplattform barrierefrei-studieren.de zeigt (angehenden) Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, welche Förderungen im eigenen Fall beantragt werden können. „Dahinter steckt ein Matching-Algorithmus der vollautomatisch und in Echtzeit jedem zeigt, was zu ihm passt“, erklärt Mira Maier, Gründerin von barrierefrei-studieren.de die Funktionsweise ihrer Plattform. Das Matching-Verfahren beruht auf 13 Filterkriterien, wie dem Grad und der Art der Behinderung, der Hochschule und dem Alter und dem Studienabschnitt.

Mira Maier will mit barrierefrei-studieren.de dazu beitragen, dass mehr Abiturienten mit Behinderung ein Studium aufnehmen. Denn bisher sind Studierende mit Behinderung an den Hochschulen stark unterrepräsentiert. „Studenten mit Behinderung haben einen erschwerten Studienalltag und erhebliche Zusatzkosten“ erklärt Mira Maier die Ursache hierfür. Studien belegen, dass jeder 4. Student mit Behinderung diese Zusatzkosten nicht oder nur sehr unzureichend decken kann.

„Nicht nur an den Universitäten gibt es nach wie vor vielfältige Barrieren für Menschen mit Behinderung“, stellt Michael Stuber, Inhaber der Diversity-Beratung Ungleich Besser, fest. Im Hochschulbereich seien dies vor allem räumliche, finanzielle sowie organisatorische Hürden. Die Online-Plattform „barrierefrei-studieren.de“ kann zumindest einen Beitrag dazu leisten, die bereits vorhandenen Hilfen zur Überwindung der Barrieren zugänglich zu machen. Dennoch, so Stuber, gebe es weiterhin deutlichen Handlungsbedarf, um echte Inklusion an Universitäten praktizieren zu können. Dies sei nicht zuletzt ein wirtschaftliches Gebot, da Menschen mit Behinderungen ein ungenutztes Potenzial darstellten.

Barrierefrei-studieren.de ist ein Projekt der gemeinnützigen Initiative für transparente Studienförderung, die auch die Stipendiensuchmaschine www.myStipendium.de betreibt. Finanziert wird barrierefrei-studieren.de mithilfe von Fördergeldern verschiedener Stiftungen und Spendengeber: Randstad Stiftung, Werhahn Stiftung, Commerzbank Stiftung, Kämpgen Stiftung, Ernst Probst Stiftung, Lux Stiftung, Total, GlaxoSmithKline, Fraport und NordLB.