Employer Branding: Jobmagazin KarriereFührer mit Schwerpunkt Diversity

Unter dem Titel „Vielfalt – viel Erfolg“ widmet sich die aktuelle Ausgabe des KarriereFührer, einem führenden Jobmagazin für Hochschulabsolventen, dem Thema Diversity. Auf zwanzig der insgesamt 36 Seiten stellt das Spezialmedium die Bedeutung des Ansatzes für AbsolventInnen dar und ruft dazu auf, dass sich Nachwuchskräfte ihrer Individualität bewusst werden und den Umgang mit anderen reflektieren.

Mit globalen Trends illustriert die Titelgeschichte die Tragweite der Veränderungen, mit denen sich Unternehmen im Bereich Vielfalt konfrontiert sehen. Dabei stellt der Artikel dar, an welchen Punkten Arbeitgeber ansetzen, um die nötigen Qualifikationen und vor allem die entsprechende Aufgeschlossenheit sicherzustellen. Der beschworene Bewusstseinswandel wäre freilich weniger stark erforderlich, wenn Nachwuchskräfte bereits mit entsprechenden Kenntnissen und Grundhaltungen ins Unternehmen einträten. In dieser Hinsicht beklagt der Beitrag das weiterhin vorhandene Schubladendenken, zum Beispiel bei der Wahl von Ausbildung oder Wunschbranche.

Die Bedeutung des Themas Diversity aus der geschäftlichen Sicht der Wirtschaft erläutert ein Interview mit Charta-Geschäftsführerin Gräfin von Hardenberg. Außer für die Firmen sieht sie auch Vorteile für Berufseinsteiger, wenn Diversity ganzheitlich umgesetzt wird: Jeder und jede kann dann ganz seiner Persönlichkeit entsprechend Stärken entfalten und einbringen. Dass diese auch bei Menschen mit Behinderungen vorhanden sind zeigt einmal mehr das Autism at Work Projekt von SAP, das einer lang marginalisierten Gruppe von Menschen mit psychischer Behinderung nicht nur Chancen eröffnet, sondern sie als Schlüsselressource wertschätzt.

Die Bedeutung neuer, flexibler Beschäftigungssysteme zeigt das Beispiel eines intelligenten Interimsmanagements bei der Deutschen Bahn. Das Unternehmen nutzt vorübergehende Abwesenheiten – aus welchem Grund auch immer – als Chance, MitarbeiterInnen eine andere Stelle, zum Beispiel eine Führungsposition, auf Zeit zu geben. Das Jonglieren kann den Wiedereinstieg oder den Aufstieg erleichtern oder als lateral enrichment eingesetzt werden. Andere Firmen nutzen die Methode seit längerem unter anderen Titeln.

Einen analytischen Blick auf die Generation Y bietet ein Interview mit Professor Klaffke, der erläutert, weshalb eine gewisse Reibung der jungen Nachwuchskräften mit der überwiegend traditionell geprägten Arbeitswelt mehr als verständlich ist. Er sieht nicht die Unternehmen einseitig in der Pflicht, sich auf die neue KollegInnen einstellen zu müssen, sondern bei diesen eine Notwendigkeit zur Reflexion und eine Erweiterung ihrer Erwartungsbandbreite: „…innehalten und das langsamere Tempo der anderen anzunehmen“, empfiehlt er mit Blick auf das getriebene Freizeitverhalten der GenY.

Kulturelle Vielfalt steht im Mittelpunkt des Beispiels von Daimler, bei dem internationale Märkte und Entsendungen für den nötigen Horizont und den Austausch von Kompetenzen sorgen. Aus dem Metro-Konzern lesen wir über die lebendigen Aktivitäten des Women in Trade Netzwerkes, das eine Mischung von Austausch- und Kulturveränderungsaktivitäten entfaltet.

Auf vier Seiten erläutert Diversity-Experte und Autor Michael Stuber, warum Diversity heutzutage unverzichtbar für Unternehmen ist und viele wichtige Akteure das Thema dennoch häufig unterschätzen. Er gibt Hinweise, wie man Diversity erfolgreich umsetzen kann und was Nachwuchskräfte für den eigenen Berufseinstieg und Karriereweg beachten sollten. Die Welt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verändert: vor allem durch Globalisierung und Digitalisierung hat sich nicht nur unser Privatleben, sondern auch die Arbeitswelt stark gewandelt. Dies bedeutet, dass heute ganz anders gearbeitet wird als früher, nämlich viel internationaler, komplexer, schneller und individueller.

Der erfahrene Berater weiß, dass ungeachtet umfangreicher Erkenntnisse viele Manager das Thema Diversity sowohl in seiner Komplexität als auch in seiner potenziellen Wirkung weiterhin unterschätzen. Stuber berichtet von verbreiteten Insellösungen, die kaum Veränderungsimpulse oder wirtschaftliche Mehrwerte entfalten. Auf Basis von empirischen Studien und langjähriger Erfahrung empfiehlt er, Diversity von den Schlüsselthemen der Unternehmen her zu entwickeln, also als Wachstums- oder Innovationstreiber. Hieraus entstünden andere Change-Hebel und unmittelbarere Nutzenbeiträge.

Stuber betont die unbedingte Notwendigkeit, Diversity an das jeweilige Unternehmen anzupassen und das verbreitete Kopieren erfolgreicher Maßnahmen zu reduzieren. Für den vielbeschworenen aber selten erreichten Kulturwandel gibt er drei prägnante Tipps:

1. Es braucht Führungskräfte, die die Vielfalt moderieren, eine gemeinsame Zielvorgabe vermitteln und verschiedene Erwartungen integrieren

2. Zusätzlich muss es im Team die Möglichkeit zu flexiblem Arbeiten geben.

3. Es bedarf einer Art Resonanzraum, in dem man sich trifft und über Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit sprechen kann.

Für die Kernzielgruppe des KarriereFührers, nämlich Nachwuchskräfte, die vor dem Berufseinstieg stehen gibt er den Ratschlag, dass diese sich mehr denn je über ihre individuellen Stärken klar werden müssten und darüber, welche Perspektiven für sie sinnvoll und realistisch seien.

Das Jobmagazin KarriereFührer widmet sich immer wieder beruflicher und gesellschaftlicher Trendthemen wie zum Beispiel New Work, Kulturwandel, Work/Life, Gesundheitsmanagement oder Frauen in Führungspositionen.