Ein Jubiläum, das manche überraschen mag: Ford 20 Jahre beim CSD Köln

Die Presse sucht meist nach Neuigkeiten und lobt das erstmalige Engagement einer Firma gerne auch über den grünen Klee. Bei Diversity zählt jedoch Dauerhaftigkeit mindestens so viel wie Kreativität bei Einzelaktionen. Ein Beispiel vom Langzeit-Hidden-Champion Ford.

Seit zwanzig Jahren unterstützen die Ford-Werke den Kölner Christopher Street Day. Und auch das interne LGBT-Netzwerk Ford-Globe (Gay Lesbian or Bisexual Employees) feiert seinen zwanzigsten Gründungstag. Mindestens zwei Aspekte sind hierbei bemerkenswert: Einerseits ist Ford mit diesem kontinuierlichen Engagement wahrscheinlich einer der dauerhaftesten großen Unterstützer von Gay Pride Veranstaltungen bundesweit. Andererseits hat sich das Konzept der verzahnten Teilnahme und Unterstützung über die Jahre nicht grundsätzlich verändert. Natürlich wurde die Umsetzung immer wieder aufgefrischt und hat gerade zum runden Jubiläum einen besonderen Anstrich bekommen.

Bewährte Elemente immer wieder neu interpretiert

Ford verband mit seinem CSD Engagement stets ein klares Statement für Vielfalt und Integration. Entsprechend bildet der Ford-Paradewagen (Ehrensache für Autobauer) mit Fußgruppe ein zentrales Element. 1999 entwickelte Ford Globe die Idee eines zum Pick-up umgebauten Ford Ka in Regenbogenfarben – und setzte sie um. Der Hingucker ist seither an geeigneter Stelle auf dem CSD vertreten. 2016 umfasste die Fußgruppe nach Angaben von Ford rund 100 Teilnehmer.

Auch in diesem Jahr stellt Ford den Hauptgewinn der Tombola, die alljährlich zum CSD stattfindet. Zum Jubiläum spendete Ford einen racing-roten Mustang Fastback im Wert von 38.000 Euro. Auch in der Parade setzte das Unternehmen dieses Jahr den legendären Sportwagen ein: Einmal an der Spitze der Parade sowie eine Cabriolet-Version, die die Fußgruppe anführt. Traditionell auch die Abwesenheit von Berührungsängsten des Autobauers: Der brasilianische Travestiekünstler Daniel Almeida fährt im Mustang mit. Damit setzt Ford das diesjährige Motto “anders.Leben!” authentisch um.

Auch den Absatzmarkt und die Gesellschaft im Blick

Diversity stellt auch für Ford seit Anfang an einen Business Case dar und so hat das Unternehmen üblicherweise auch einen Promotion-Stand auf dem CSD Straßenfest. In manchen Jahren wurde dieser von regionalen Ford-Händlern betrieben, die in der Folge von konkreten Verkäufen berichteten – nicht nur an die engere Event-Zielgruppe „Schwule & Lesben“. Diesen positiven Spillover-Effekt rechnet Ford bei seinem Engagement mit ein. In manchen Jahren schaltete das Unternehmen zeitgleich zum CSD Köln Plakate mit LGBT Diversity Botschaften. Diese Kommunikationsform wird laut Zielgruppen-Marktforschung besonders geschätzt. Demnach wünschen sich Schwule und Lesben nicht in erster Linie Sponsoren für eigene, spezifische, separate Events, sondern öffentliche Statements, die ihre Integration in die Gesamtgesellschaft fördern und sie als Teil des Gesamtmarktes anerkennen. Nach Beobachtung von Gay/Diversity-Marketing-Experten hat dieser Ansatz in den letzten Jahren stark nachgelassen.

Auch bei Ford gab es im Thema Diversity stärkere und schwächere Jahre. Das Unternehmen bleibt jedoch – sowohl im regionalen als auch im Branchenvergleich – ein Maßstab, vor allem im Segment LGBT.

  • Die Volkswagen Financial Services unterstützt seit 2003 das Sommerloch Festival in Braunschweig (dem CSD vergleichbares jährliches Event) und nimmt aktiv teil.
  • Die Rheinenergie AG war 2012 erstmals eine Sponsorin des Kölner CSD und schaltete Anzeigen mit LGBT Themenbezug.
  • Die Sparkasse Köln/Bonn war 2013 erstmals eine Sponsorin des Kölner CSD.
  • Daimler nahm 2014 erstmals als Unternehmen am CSD in Stuttgart teil.