Diskriminierung muslimischer Frauen in Brandenburg

Muslimische Frauen in Deutschland sehen sich oft mit Vorurteilen und der Ablehnung des Kopftuches konfrontiert. Eine qualitative Befragung der Antidiskriminierungsstelle Brandenburg aus untersuchte die Lebenssituation muslimischer Frauen in Brandenburg. Von den Befragten gaben 41 Prozent an ein Kopftuch zu tragen, 23 Prozent gaben an aus Angst vor Diskriminierungen kein Kopftuch zu tragen. Nach Einschätzung der befragten Frauen hat sich die Lebenssituation von Muslimen seit dem 11. September 2001 wegen erfahrener Diskriminierungen deutlich verschlechtert. Zugenommen habe insbesondere die Aggressivität und die Intensität, mit der Beleidigungen und Beschimpfungen geäußert werden.
Diskriminiert fühlen sich die Frauen vor allem in der Arbeitswelt. So waren 59 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie als muslimische Frau Probleme hätten, eine Arbeit zu finden. Für Frauen mit Kopftuch sei dies gar unmöglich. Auch hoch qualifizierte Frauen vertraten die Ansicht, dass es sehr schwierig sei, eine Stelle zu finden. Als weiteres wurden Diskriminierungen beim täglichen Einkauf genannt. 45 Prozent der Befragten berichteten von Problemen durch mangelnden Service der Angestellten sowie respektloses Verhalten sowohl von Seiten des Verkaufspersonals als auch von anderen Kunden. An dritter Stelle wurde die medizinische Versorgung genannt. Abwertende Bemerkungen des Krankenhauspersonals und die Nichtbeachtung muslimischer Essensvorschriften erlebten viele der Befragten persönlich. Diskriminierungen wurden von den Befragten darüber hinaus beim Besuch der Universität und im Umgang mit Behörden erfahren.