Bildungserfolge von MigrantInnen: Medienpreis zeichnet sensible Berichterstattung aus

Ein sensibler journalistischer Blickwinkel und die Überwindung kultureller Barrieren stehen im
Mittelpunkt des KAUSA-Medienpreises, mit dem Bundesbildungsministerin Johanna Wanka
besonders gelungene Berichterstattungen über Erfolge von Migrantinnen und Migranten in Beruf
oder Bildung auszeichnetet. Seit 2010 lautet das Motto des jährlich verliehenen Preis „Macht sie
sichtbar – Bildungswege von Migrantinnen und Migranten“. Auch 2013 wurden wieder 21 junge
Journalistinnen und Journalisten in den Kategorien Text, Audio und Video verliehen, zudem kam
erstmals die Kategorie Multimedia hinzu.
Die mit Journalisten und Medienexperten besetzte Jury hatte im Vorfeld 26 Journalistinnen und
Journalisten nominiert und sich am Ende für 21 PreisträgerInnen entschieden. In der Kategorie Text
gewann Johannes Bruggaier mit seinem in der Kreiszeitung erschienenen Artikel „Des Ghettos andere
Saite“. Der Bericht porträtiert den Schüler Ahmad Öncel, der durch ein engagiertes Stadtteilprojekt
eine musikalische Ausbildung erhält und damit seinen Berufswunsch entdeckt. Das Beispiel aus dem
Bremer Stadtteil Tenever zeigt, wie Kinder aus sozialen Brennpunkten an kultureller Bildung
teilhaben können. Die international bekannte Deutsche Kammerphilharmonie hatte sich
entschlossen, ihr neues Quartier in dem Bremer Problemviertel zu beziehen und löste bei den dort
lernenden Schülerinnen und Schülern eine Musikeuphorie aus. Eine anrührende Geschichte,
humorig geschrieben, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Die Erfolgsgeschichte des Flüchtlings Younis, der ohne ein Wort Deutsch zu sprechen aus einem
afrikanischen Land emigrierte, wurde in der Kategorie Audio ausgezeichnet. Tobias Henkenhaf
erarbeitete den Beitrag „Sprache als Schlüssel zum Erfolg: Ein Flüchtling startet durch“ für den
Bayerischen Rundfunk. Der Reporter erzählt vom beeindruckenden Bildungsweg des jungen Mannes, der nach nur zwei Jahren bereits die mittlere Reife in der Tasche hat, und das obwohl er erst bei seiner Ankunft in München zum ersten Mal von Deutschland erfuhr. Er lebt mit anderen
minderjährigen Flüchtlingen in einer WG und hofft darauf, weiterhin in Deutschland leben und bei
der Deutschen Bahn arbeiten zu können. Neben einer emotionalen Lebensgeschichte zeigt der
Beitrag, wie Sprache die Türen zu Bildung und Erfolg öffnet.
Der erste Platz in der der Kategorie Video ging an Šejla Đidić-Pavlić. Die 30-jährige Journalistin beschreibt in ihrem Beitrag „Roma – Karriere als Doktorand“, der im WDR ausgestrahlt wurde, den vorbildlichen Weg des behinderten Roma Orhan Jasarovski, der in Germanistik promoviert. Der Bericht macht die ungerechtfertigten Vorurteile und Ausgrenzungen deutlich, mit denen Jasarowski zu kämpfen hat. Das Video zeigt, wie er sein ganzes Leben lang investiert, um alle Hürden der Behörden und Gesellschaft zu überwinden. Die Erfolgsgeschichte des aus Mazedonien stammenden Protagonisten stellt den Vorurteilen gegen Migrationseuropäern ein positives Gegengewicht
gegenüber. Der Beitrag zeigt mit dem bewundernswerten Lebenswerk des Protagonisten ein ermutigendes Beispiel, so die Jury. Wie auch die anderen ausgezeichneten Beiträge wird vor allem deutlich, welche Bereicherung die Beteiligung der Migrantinnen und Migranten für Deutschland darstellt und wie viel dieses Land noch tun muss, um diese Menschen zu unterstützen anstatt ihnen Steine in den Weg zu legen.