Behinderung: Inklusionspreise für große und kleine Unternehmen vergeben

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung bereichert Unternehmen jeder Größe. Dies beweisen einmal mehr die diesjährigen Gewinner des „Inklusionspreis 2013“. Volkswagen und der Flughafen München wurden als großes und mittelgroßes Unternehmen ausgezeichnet, ein baden-württembergischer Biomarkt und die Berliner Stadtreinigung erhielten Preise in der Kategorie kleines beziehungsweise öffentliches Unternehmen. Ausgelobt wurden die Preise vom gemeinnützigen UnternehmensForum, in dem sich große und mittelständische Unternehmen im Jahr 2002 vereinigt haben, um die Integration behinderter Menschen in der Wirtschaft zu fördern. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände waren in der Jury vertreten, Schirmherr ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.
Der Inklusionspreis prämiert beispielhaftes Engagement in der Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen und macht die Preisträger damit zu Vorbildern für andere Unternehmen. Der Automobilkonzern VW etwa investiert jährlich mehrere Millionen Euro in die Barrierefreiheit und ermöglicht mit seinem Programm „Work2Work“ die Einrichtung von fast 1.000 bedarfsgerechten Arbeitsplätzen in rund 90 verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Vor allem aber achtet die Personalabteilung auf die Befähigung der BewerberInnen und begreift Behinderungen dabei nicht als Einschränkung, sondern als Aspekt. Besonders vielfältig sieht es am Flughafen München aus, der eine Behindertenquote von 11 Prozent in seiner Belegschaft aufweist. Das Thema Inklusion ist dort auf höchster Ebene beim Konzernpersonalchef angesiedelt, insbesondere durch die Beschäftigung junger Menschen mit geistiger Behinderung hat sich der Flughafen ausgezeichnet.
Dass Inklusion nicht nur ein Thema für große Unternehmen ist, zeigen der prämierte Biomarkt Roland Geist und die bayrische Firma RO/SE Blechverarbeitung. Im baden-württembergischen Biomarkt bedienen gleich drei Mitarbeiterinnen mit Mehrfachbehinderung die Kunden, das Kleinunternehmen arbeitet eng mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Sozialamt zusammen und nimmt besondere Rücksicht auf den Therapiebedarf der jungen Frauen. Bei RO/SE sind 60 Prozent der MitarbeiterInnen behindert, das Unternehmen wurde in der Kategorie „Besonderes Engagement“ ausgezeichnet. RO/SE stellt bewusst kleine Teams aus behinderten und nicht-behinderten MitarbeiterInnen zusammen und fördert so den Austausch, das Selbstwertgefühl und letztlich auch die Produktivität.
Besonders die Verlagerung extern vergebener Arbeiten nach innen ist eine Möglichkeit, bedarfsgerechte Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu schaffen. Dies wird am Flughafen München praktiziert, aber auch die Berliner Stadtreinigung machte mit der Internalisierung verschiedener Aufgaben gute Erfahrungen. Ausgezeichnet wurde das öffentliche Unternehmen zudem für ihr Projekt „Gemeinsam schaffen wir das“, durch das Jugendliche mit Lernbehinderung die Chance auf ein Jahrespraktikum erhalten. Das Erlernen grundlegender Kompetenzen steht hierbei im Mittelpunkt und erleichtert den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt wesentlich.