Mitarbeiter-Netzwerke als Diversity-Instrument

Es ist keineswegs eindeutig, was genau unter einem Beschäftigten-Netzwerk im Rahmen des Diversity Management zu verstehen ist. Eine neue Bezeichnung, die sich aus den USA kommend in den letzten Jahren durchgesetzt hat – Employee Resource Groups („ERG“) – gibt allerdings einen Hinweis:
MitarbeiterInnen sollen als Ressourcen, also als produktive Elemente, im Diversity Management eingesetzt werden. Der Begriff weist weniger auf einen weiteren wichtigen Aspekt hin: Die Gruppe bietet für ihre Mitglieder und für das Unternehmen eine wichtige Netzwerkfunktion. Damit sind bereits die wesentlichen Motivatoren für ERGs genannt: Sie bieten eine zusätzliche Struktur für die beteiligten Beschäftigten, für deren Austausch und damit zur
gegenseitigen Unterstützung. Continue reading

Training ist keine Wunderwaffe

Wie schön ist doch die Vorstellung, mit Führungskräften – meist Männer – ein Training zu durchlaufen, welches ein positives Verständnis für Diversity etabliert. Dies gilt als Beitrag zu einer Kulturveränderung, deren Notwendigkeit, zusätzlich zu den klassischen Diversity-Instrumenten, endlich anerkannt ist. Aufgeschreckt wurden die Trainings-Fans von einer Studie, die zeigte, dass Diversity-Trainings auch negative Effekte haben können (u. a., wenn sie zur Abwehr von Klagen eingesetzt werden). So entstand ein Lager von Gegnern dieser Methode (viele ‚alte Hasen und Häsinnen’), während eine Gruppe vor allem neuer Diversity Manager überzeugt ist, Trainings seien das erste und wichtigste Instrument zur Umsetzung von Diversity. Continue reading

DER DAX KANN WEIBLICHER WERDEN – ABER NICHT ALS POLITIK-PROJEKT

Die verflixte Frauen-Frage: 30 Deutsche Top-Konzerne diskutieren am 16. März wieder mit der Bundesregierung – aber sie sprechen weder dieselbe Sprache, noch haben sie im Machtpoker das Wesentliche im Blick: erfolgreiche Strategien für mehr Gender Diversity.

Anlässlich des halbjährlichen Treffens der DAX30 mit der Bundesregierung zum Thema ‚Frauen in Führungspositionen’ benennt Michael Stuber („Deutschlands Diversity-Papst“, Wirtschaftswoche) fünf Erfolgsfaktoren, mit denen Wirtschaft und Politik Gender Diversity ökonomisch und politisch erfolgreicher umsetzen können. Er erklärt: „Das Thema Gender Diversity genießt derzeit erfreuliche Aufmerksamkeit bei Vorständen und
Bundesregierung. Allerdings muss dringend eine gemeinsame Linie gefunden werden, um männlichen und weiblichen Führungskräften und deren Nachwuchs die wirtschaftliche Bedeutung und praktische Auswirkungen des Ansatzes nahezubringen. Die Lagerbildung für und gegen Quoten ist hierbei schädlich. Noch bedauerlicher ist, dass in der politischen Diskussion wichtige Kernaspekte unbeachtet bleiben. Aus unserer langjährigen Forschung und der Arbeit mit führenden internationalen Konzernen konnten wir 5 wesentliche Punkte identifizieren, an denen akut umgedacht werden sollte: Continue reading

DIVERSITY FINALLY EMBEDDED IN BUSINESS?

Stand-alone Diversity initiatives have become difficult to justify in recent years. Instead, business was expected to own D&I, to lead the change process and to mainstream Diversity and Inclusiveness into their way of doing business. But what could Diversity practitioners offer to the business to assist the ‘embedding’ approach? Depending on their involvement, managers will need different help support: As council members, business heads rightly expect a ri
gorous analysis of the ‘as is’ situation along with scenarios, different options to pursue and pre-selected models or tools to implement. Continue reading

Diversity- Die Zukunft oder das Ende der Gleichsstellung?

Die Unterscheidung von Konzepten ist mitunter nicht so einfach. Frauenförderung, Gleichstellung, Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, Anitdiskriminierung und Diversity Management bewegen sich im gleichen Feld und sind doch nicht gleich. Hinzu kommt: Scharfe Begriffstrennung in der Theorie stößt auf eine Vielzahl unterschiedlicher Handhabung in der Praxis.

Was unterscheidet also die Konzepte in Theorie und Praxis und an welchen Stellen bergen sie echten Entscheidungsbedarf im Sinne eines Entweder-Oder? Und inwiefern entfalten sie tatsächlich (oder scheinbar) unterschiedliche Wirkungen?
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KLASSENKAMPF GENDER VS. DIVERSITY

Gender bildet nicht nur einen Ursprung des Konzeptes Diversity, es war über 20 Jahre hinweg stets das prominenteste aller Vielfaltsthemen. Im Kontext von Diversity hatte sich die Dimension „Geschlecht“ aus der feministischen Ecke heraus in die wirtschaftliche Realität hinein emanzipiert: Die Meinungsführerinnen freundeten sich nach anfänglicher Abwehr damit an, Teil eines Business Case zu werden – bis dahin war ihnen das Gerechtigkeitsargument genug. Continue reading

CONFUSION: WHICH DIRECTION FOR D&I?

After 15 years of European Diversity models, many wonder what organisations have achieved in D&I and where they are heading. With the significant expansion of the number of diversity programmes, the immense renewed public attention and also with many new stakeholders involved, the dynamics in the field have changed significantly. The multitude of influences and backgrounds has also created a landscape of competing approaches, and a noticeable disagreement on anything from evaluating the status quo to describing the vision where we need to be. The most disputed topics include … Continue reading

NORMEN SIND ANSTRENGEND – AUCH DIE COOLEN

In Deutschland besteht eine deutliche Abneigung gegenüber gesetzlichen Regelungen. Kein Wunder, da die deutsche Kultur ohnehin von Normen und dem Konzept „Ordnung“ geprägt ist. Ausbruchversuche stehen daher regelmäßig an – vor allem bei der jeweils jungen Generation. Die verwegene Camping-Welle der 1960er Jahr e versprach zum Beispiel die Befreiung von städtischer Enge und häuslichem Muff. Aber die Deutschen unterschätzten sich selbst. Continue reading

THE POWER OF SYMBOLS AND NORMS

Barriers can be very visible, even blatant, just like this “no high heels this way” sign at a global headquarters I recently visited. Here, women might get the impression that they have to take a detour and who knows if their extra mile will even get them to the top floor? Of course, the sign forms part of a corporate safety policy and serves as an important protection. It is, however, at the same time one of the many symbols that accumulate to manifest mono-cultural norms. Continue reading

AUCH CHEFINNEN KOMMEN UND GEHEN

Die erste Quotenfrau ging im Frühjahr, zwei neue kommen in Kürze. Auf diesem boulevardesquen Niveau kommentierte die deutsche Wirtschaftspresse diverse Personalentscheidungen der Deutschen Telekom in diesem Jahr. Die derben Schieflagen in der Berichterstattung sind ebenso durchgängig wie sie unbeachtet blieben. Bei den Besetzungsentscheidungen – wie die jüngste Berufung zweier Telekom-Vorstandsfrauen – diskutiert die Journaille die Qualifikation der Kandidatinnen. Continue reading

THE SORA METHOD RE-INTERPRETED TO REACH THE PROPELLING POTENTIAL PRINCIPLE

Over the many years of our practical work with Diversity, we have found out that the different concepts and elements that are discussed along with ‘Managing Diversity’ are closely related to the cognitive process, and thus the SORA method. We have finally, in 2009, come to redefine Diversity as The Propelling Potential Principle, through which different strengths and approaches are consciously and thus purposefully utilised by being valued and included.

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PROGRESS THROUGH QUALITY

With increased attention from top management, politics and the Media, the work on D&I has become a tougher business. Not so long ago, awareness raising programmes, networking platforms and informational communication were considered effective if they were positively evaluated. Nowadays, expectations for double-digit growth are extended to the representation of women in management, and stakeholders can be impatient at times when it comes to progress. The good news is, that now resources are less of an issue than they used to be, but what about the acknowledgement of the complexity of D&I and hence the sophistication and time a powerful programme needs? Continue reading

AMERIKANISCHE VERHÄLTNISSE

Das andauernde Gezerre um Quoten – fest oder flexibel, Aufsichtsrat, Vorstand oder Management– ist Segen und Fluch für Diversity. Die öffentliche Diskussion und politische Intervention hat Jene auf den Plan gerufen, die bislang zu wenig beteiligt waren: die Vorstände. Gleichzeitig entwickelte sich die Diskussionstiefe zurück in die Diversity-Steinzeit: Der Anteil von Frauen in bestimmten Bereichen scheint das Einzige zu sein, was von Interesse ist. Damit wird die Kehrseite einer Zusammenarbeit mit dem Top-Management sichtbar – die brutale Konzentration auf ein oder zwei Aspekte „mit dem größten Hebel“. Continue reading

Gender Pay Gap: Alles nur Auslegungssache?

Folgender Leitartikel erschien bei „Gleichstellung online“ im Verlag Dashöfer. Michael Stuber verfasst dort zweiwöchentliche Gastbeiträge zu Gender Diversity.
Dass Frauen bei gleicher Qualifikation signifikant weniger verdienen als Männer, erschien bislang geläufig und war als – zu verändernde – Tatsache bekannt. Auf Basis EU-weiter Analysen stand in den letzten Jahren stets ein Gehaltsunterschied von ca. 20% im Raum. Continue reading

Äpfel und Birnen oder Kraut und Rüben? Die aktuelle Diskussion über Frauenquoten

Seit ihrer Verkündung vor einem halben Jahr bleibt die Frauenquote – am Beispiel der Deutschen Telekom – in der öffentlichen Diskussion. Von Politikzirkeln über Expertenkreisen bis hin zu populären Medien wird das Thema – mehr oder weniger kompetent – ventiliert. Persönliche Ansichten sind dabei ebenso schwer von nüchternen Fakten zu trennen, wie Machttaktik von Potenzialorientierung. Damit enthüllt das Thema gleichsam seine Natur und sein größtes Problem: Individuelle Einstellungen und Emotionen beeinflussen die Diskussion und die Schachzüge.

Der Artikel wurde im Blog JUMP veröffentlicht. Zum vollständigen Artikel